
Kronen Zeitung
EX-PROFI OSMAN BOZKURT
Kreuzbandriss war für den Stürmer ein „Glücksfall“
Einst knipste er für die Admira und Wr. Neustadt in der Bundesliga, mit der Vienna schaffte er den Wiederaufstieg in die 2. Liga. Osman Bozkurts Karriere war erfolgreich, aber auch von Verletzungen geprägt. Damals tragisch, heute ist der 41-Jährige „glücklich, dass es passiert ist“ ...
„Früher haben wir uns gegenseitig in harten Duellen bearbeitet, heute bearbeite nur mehr ich, dafür liebevoll“, lacht Osman Bozkurt.
Der einstige Stürmer – der für die Admira und Wr. Neustadt in der Bundesliga auflief – tauschte die Stoppler gegen die Therabänder, behandelt als selbstständiger Physio heute seine Ex-Kollegen und -Gegner. „Das ist schon recht lustig, wenn ein Verteidiger, dem ich damals im Kopfballduell leicht eine mitgegeben hab, heute bei mir auf der Liege liegt und sich von mir helfen lässt“, schmunzelt der 41-Ex-Torjäger, der in 115 Spielen für die Vienna 69 Mal netzte.
Was man von Fußballern nie hört
Was es heißt, wenn sich der Verletzungsteufel auf einen eingeschossen hat, weiß er selbst am besten: ein vorderer und ein hinterer Kreuzbandriss, dazu vier Bänderrisse am Sprunggelenk, Schulter- und Muskelverletzungen. „Gerade die Kreuzbänder waren damals mitunter die schlimmsten Tage meines Lebens.“ Und heute? „Bin ich eigentlich glücklich, dass es passiert ist.“ Ein Satz aus der Kategorie: Was man von Fußballern nie hört. „Naja, ich hab so aber zu meiner Berufung gefunden.“
Die er heute nicht nur an aktiven, sondern auch an Ex-Kickern wie Rapids Andi Dober oder Mattersburg-Mittelfeldmann Manuel Seidl anwendet. Außerdem auch gleich Akquise für die Profession betreibt. „Eren Keles (Rapid, St. Pölten; Anm.) war mein Patient, hat mich immer wieder ausgefragt – und jetzt studiert er selbst Physiotherapie.“
„Alle wollen Trainer oder Manager werden ...“
Aber vor allem den jungen, noch im Profi- und Halbprofibereich aktiven Spielern will er Zukunftsperspektiven geben. „Nach der Karriere Fuß zu fassen kann richtig schwer sein. Ich glaube, dass sich auch zu wenige von den Jungs darüber Gedanken machen“, weiß Bozkurt, „Alle wollen Trainer oder Manager werden, aber das ist ein hartes Business. Ich bin weiter Teil des Fußballs, helfe mit meinen eigenen Erfahrungen an vorderster Front mit, bewege etwas. Das möchte ich den Burschen zeigen.“
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